IHK-Wirtschaftsbeirat tagt in Geisa: Gemeinsam durch Krise und Transformation

Beitrag von Martin Veltum

Im Gewerbegebiet der Stadt Geisa fand die erste Sitzung des IHK-Wirtschaftsbeirates Wartburgkreis im Jahr 2026 statt.

Zahlreiche Unternehmer, Geschäftsführer sowie Verantwortliche aus der Region kamen zusammen, um sich über aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen auszutauschen, Perspektiven zu diskutieren und personelle Weichen für die Zukunft zu stellen.

Die Sitzung wurde souverän und strukturiert vom stellvertretenden Vorsitzenden des Wirtschaftsbeirates, Hans Ulrich Nager (Geschäftsführer der Werra Energie), geleitet.

Der IHK-Wirtschaftsbeirat fungiert als wichtiges Bindeglied zwischen regionaler Wirtschaft und der Industrie- und Handelskammer Erfurt. Er bündelt die Interessen der Unternehmen vor Ort, bringt wirtschaftspolitische Impulse ein und unterstützt die strategische Arbeit der IHK.

In enger Abstimmung mit dem Regionalbüro Bad Salzungen unter Leitung von Wigbert Kraus werden regionale Anliegen aufgenommen, koordiniert und in die Gremienarbeit eingebracht.

Ein zentraler Tagesordnungspunkt war die Wahl des Vorstandes des Wirtschaftsbeirates. Wahlleiter Thomas Müller (geschäftsführender Gesellschafter, RSB Rationelle Stahlbearbeitung GmbH & Co. KG, Merkers) führte die Vorstandswahl satzungsgemäß und routiniert durch, gratulierte zur Wiederwahl und dankte den Amtsinhabern für ihre fundierte, kompetente und zuverlässige Arbeit.

Dabei wurde der amtierende Vorstand einstimmig in seinen Funktionen bestätigt. Zum Vorsitzenden wurde erneut Sven Lindig (Lindig Fördertechnik GmbH, Krauthausen) gewählt.

Als stellvertretender Vorsitzender wurde Hans Ulrich Nager (Werraenergie GmbH, Bad Salzungen) ebenfalls einstimmig im Amt bestätigt. Die Wiederwahl unterstreicht das große Vertrauen in die bisherige Arbeit sowie die Kontinuität und Stabilität innerhalb des Gremiums.

Fachlicher Austausch und Einblicke in unternehmerische Praxis

Gastgeber der Sitzung war die MES GmbH. Geschäftsführer Carsten Geigengack eröffnete die Fachvorträge mit einem Einblick in die Entwicklung seines Unternehmens.

Im Fokus stand insbesondere das Thema Transformation – praxisnah erläutert anhand der eigenen, zukunftsorientierten Unternehmensstrategie. Im Anschluss erhielten die Teilnehmer im Rahmen einer Betriebsführung in kleinen Gruppen die Gelegenheit, das Unternehmen vor Ort kennenzulernen.

Einen fundierten Überblick über die aktuellen Finanz- und Kapitalmarktentwicklungen gab Tino Richter, Vorstandsvorsitzender der Wartburg-Sparkasse. Er beleuchtete die derzeit angespannte wirtschaftliche Lage vor dem Hintergrund globaler Unsicherheiten.

Dabei ging er insbesondere auf geopolitische Spannungen – etwa im Nahen Osten rund um die Straße von Hormus – ein, die Risiken steigender Zinsen sowie die Auswirkungen anhaltend hoher Energiepreise auf Unternehmen und Finanzmärkte.

Richter betonte die Bedeutung von Wettbewerbsfähigkeit, strukturellen Reformen und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen in Europa und Deutschland.

Gleichzeitig hob er die Rolle der Wartburg-Sparkasse als stabiler Finanzierungspartner der regionalen Wirtschaft sowie ihr Engagement für Ehrenamt, Kultur und Soziales hervor.

Kommunale Vertreter setzen klare wirtschaftspolitische Signale

Die Bürgermeisterin der Stadt Geisa, Manuela Henkel (CDU), begrüßte die Teilnehmer und stellte die Kommune als leistungsfähigen und offenen Ansprechpartner für Unternehmen vor.

Sie informierte über die geplante Erweiterung der Gewerbeflächen um rund 12 Hektar und warb für eine gezielte Stärkung des Wirtschaftsstandortes.

Der Landrat des Wartburgkreises, Dr. Michael Brodführer (CDU), gratulierte dem wiedergewählten Vorstand und würdigte die Beiträge der Referenten sowie das Engagement der regionalen Unternehmen. Stellvertretend bezeichnete er die MES GmbH als beispielgebend für Innovationskraft und wirtschaftliche Stärke der Region.

In seinem Beitrag skizzierte Brodführer zentrale Handlungsfelder der Kreisverwaltung: Stellen- und Aufgabenoptimierung, konsequenter Bürokratieabbau sowie ein verbindliches und effizientes Verwaltungshandeln.

Mit der Einführung eines Prozesscontrollings verfolgt der Wartburgkreis das Ziel, die Verwaltungsabläufe weiter zu optimieren. Zudem stellte er Sachbearbeiterin Julia Schuster vor. Sie ist im Landratsamt die Ansprechpartnerin zu dem Thema Wirtschaftsförderung.

Auch der Oberbürgermeister der Stadt Eisenach, Christoph Ihling, gab einen Überblick über aktuelle Entwicklungen. Die Stadt beabsichtigt, rund 86 Hektar neue Projektflächen auszuweisen und zeigt sich insbesondere in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Rechenzentren offen für Investitionen.

Als zuständigen Sachbearbeiter der Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung Eisenach benannte er Michael Frisch. Alle kommunalen Vertreter betonten übereinstimmend ihre große Wertschätzung für die regionale Wirtschaft.

Sie würdigten Mut, Innovationskraft und Unternehmergeist der Betriebe und machten deutlich, dass die Verwaltungen als verlässliche Partner agieren: Die Türen stehen offen, und die Unterstützung für unternehmerische Vorhaben ist ausdrücklich gewollt.

Martin Henkel, Landtagsabgeordneter sowie stellvertretender Vorsitzender und wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, nahm persönlich an der Veranstaltung teil. Seine kontinuierliche Präsenz vor Ort unterstreicht die enge Verbindung zwischen Landespolitik und regionaler Wirtschaft.

Gemeinsamer Blick nach vorn

Die Sitzung des IHK-Wirtschaftsbeirates machte deutlich: Trotz globaler Unsicherheiten und wirtschaftlicher Herausforderungen setzt die Region auf Zusammenhalt, Innovationskraft und klare Zukunftsstrategien.

Der enge Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung bleibt dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor für eine stabile und erfolgreiche Entwicklung im Wartburgkreis.

Im Gespräch betonte Wigbert Kraus abschließend: „Die heutige Sitzung hat eindrucksvoll gezeigt, wie stark unsere Region ist, wenn Wirtschaft, Politik und Verwaltung gemeinsam an einem Strang ziehen.

Der offene Austausch, die klaren Perspektiven und das große Engagement aller Beteiligten geben Zuversicht für die zukünftige Entwicklung des Wartburgkreises.“